Es gibt kaum jemanden, der sie nicht kennt: Die griechische Mythologie, altgriechische Sagen und Legenden. Griechenland wurde am Anfang seiner Geschichte noch von vielen verschiedenen Volksgruppen bewohnt, die mehr oder weniger isoliert voneinander lebten und somit jeweils eine eigene Kultur und Religion besaßen. Vor etwa 2700 Jahren kristallisierte sich zum ersten Mal eine gemeinsame Sagenwelt heraus, da die ersten griechischen Stadtstaaten gegründet wurden und nun verschiedene Völker zusammen lebten und ihre Kultur miteinander austauschten.
Von Göttern, Halbgöttern und Sterblichen
Einer der wichtigsten Schriftsteller in dieser frühen Phase der griechischen Sagen- und Religionswelt war der Dichter Homer, von dem unter anderem die Ilias und die Odyssee stammen. Die Griechen verteilten nun die ersten Götterrollen: Für jeden Bereich des Lebens gab es eine Gottheit mit einer eigenen Persönlichkeit und individuellen Fähigkeiten, die die Aufgabe hatte, über ihren Bereich zu wachen und die Menschen teilweise zu steuern. An der Spitze stand dabei der Göttervater Zeus, der zugleich der wichtigste Gott im Element des Himmels war. Der Gott des Meeres war Poseidon, unter ihm standen nur einige weniger wichtige Gottheiten, darunter die Tritonen. Für das Element Erde waren ebenfalls mehrere Götter zuständig, darunter Demeter, die Göttin des Ackerbaus und die Muttergöttin Gaia, die als einzige Leben hervorbringen kann. Einer der wichtigsten Halbgötter war Herakles, der über sportliche Wettkämpfe wachen sollte. Zuerst war er noch normal sterblich, doch nachdem er zwölf schwierige Aufgaben bewältigt hatte, wurde ihm die Götterwürde und damit die Unsterblichkeit zuteil. Er durfte nun mit den anderen Göttern auf dem Olymp, dem heiligsten aller griechischen Berge, der in Thessalien liegt, leben.
Die heutige Bedeutung von Sagen und Legenden
Sagen und Legenden spielen auch heute noch eine wichtige Rolle, sie sind dabei bedeutender, als man im ersten Moment denkt. Viele Geschichten, Filme und Bücher orientieren sich in ihrer Erzählweise an den altgriechischen Sagen. Das Märchen ist ebenfalls eine Form der Legende, die mündlich überliefert wurde. Dabei wird der Sage jedoch ein höherer Wahrheitsgehalt nachgesagt. Fakt ist, dass viele Legenden einen wahren Kern haben, um den herum die Geschichte erzählt wird. Im Laufe der Zeit wird diese jedoch so ausgeschmückt, dass kaum noch erkennbar ist, was wahr ist und was Fiktion.
Bildquelle: Wikimedia: Iliad VIII 245-253 in codex F205 (Milan, Biblioteca Ambrosiana), late 5th or early 6th c. AD
