
Die Kathedrale von Etschmiadsin (Echmiadzin)
Etschmiadsin gilt nicht zu Unrecht als “Hauptstadt der armenischen Kirchenbaukunst”. Die Kathedrale und die beiden Kirchen zählen zu den wertvollsten Kulturgütern Armeniens.
Die Stadt Etschmiadsin hieß bis zum Jahr 1945 Wagarschapat, auch Vagharschapat geschrieben, und war vom 2. bis zum 4. Jahrhundert die Hauptstadt Armeniens. Etschmiadsin gehört zusammen mit Swartnoz, einer archäologischen Fundstätte, zum Weltkulturerbe der UNESCO. Offiziell heißt Etschmiadsin “Vałaršapat”, jedoch wird dieser Name für das Weltkulturerbe Etschmiadsin sehr selten benutzt.
Der Name der Stadt Etschmiadsin bedeutet in etwa “Herabgestiegen ist der Eingeborene”. Denn laut Legende erschien hier am Weltkulturerbe Etschmiadsin Jesus Christus Gregor dem Erleuchter, einer der wichtigsten historischen Persönlichkeiten der armenischen Kirchengeschichte. Das Weltkulturerbe Etschmiadsin ist in der armenischen Provinz Armavir gelegen, etwa 20 Kilometer westlich von Eriwan. Auch der Flughafen Eriwan befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Weltkulturerbe Etschmiadsin.
Knapp 53.000 Einwohner leben heute im Weltkulturerbe Etschmiadsin. Der berühmteste von ihnen ist der Katholikos Aller Armenier, das geistliche Oberhaupt der Armenischen Apostolischen Kirche, dessen Sitz die Stadt seit Anfang des 4. Jahrhunderts ist. Drei berühmte Kirchen liegen im Weltkulturerbe Etschmiadsin, dies sind die Kathedrale, die Kirche St. Gayane sowie die Kirche St. Hripsime. Außerdem gibt es mit der Kirche Schoghakat und der Kirche der Muttergottes zwei weitere Kirchen im Weltkulturerbe Etschmiadsin. Katholikos Nerses III. erbaute im 7. Jahrhundert nahe der Stadt Etschmiadsin einen prächtigen Palast, von dem jedoch heute nur noch Ruinen zu sehen sind.
Neben der Kathedrale Etschmiadsin sind auch die Kirche St. Hripsime und die Kirche Gayane teil des Weltkulturerbes
Die Kirchen im Weltkulturerbe Etschmiadsin sind als Zeugnisse der frühen Kirchenbaukunst in Armenien in der ganzen Welt bekannt. So soll beispielsweise die Kathedrale im Weltkulturerbe Etschmiadsin die erste Kreuzkuppelkirche sein, die je gebaut wurde. Zwar stammen die Hauptmauern der Kathedrale aus dem Jahr 303, jedoch wurde sie durch Kriege und Erdbeben im Laufe der Jahrhunderte immer wieder zerstört und neu errichtet. Die Kathedrale wurde im 17. Jahrhundert neu und unter islamischem Einfluss dekoriert.
Unter dem Altar der Kathedrale im Weltkulturerbe Etschmiadsin wurde eine sassanidische Opferschale entdeckt, die ins 5. Jahrhundert datiert wurde. Der Tetrakonchos, der heute die Kathedrale im Weltkulturerbe Etschmiadsin kennzeichnet, wurde in den Jahren 495 und 496 von Waham Mahikonian errichtet. Ursprünglich gehörte vermutlich auch eine Steinkuppel dazu. Heute schmückt eine Kuppel aus dem 16. Jahrhundert die Kathedrale im Weltkulturerbe Etschmiadsin, während der Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert stammt.
Die Kirche St. Hripsime, ebenfalls ein Schmuckstück im Weltkulturerbe Etschmiadsin, entstand im Jahr 618. Sie wurde von Katholikos Komitas über einem Sakralbau aus dem 4. Jahrhundert errichtet. Die ebenfalls berühmte Kirche Gayane im Weltkulturerbe Etschmiadsin entstand im Jahr 630. Das Weltkulturerbe Etschmiadsin zieht jedes Jahr zahlreiche Touristen aus dem In- und Ausland an, die die armenische Kirchenbaukunst bewundern.
