Dvin (Armenien)

Dvin Ararat Tal

Die Ruinen von Dvin liegen im Ararat Tal

Im Ararat-Tal, südlich der armenischen Hauptstadt Eriwan, liegt Dvin, eine antike Ruinenstadt, die 335 vor Christi von König Khoshrov II. erbaut wurde. Heute hat das geschichtsträchtige Dvin einen Platz im UNESCO-Weltkulturerbe inne.

In seiner Blütezeit war Dvin bis weit über die Grenzen Armeniens hinaus als eine Stadt des Handwerks, der Künste, des Handels und vor allem als Sitz der armenischen Könige bekannt. Die frühere Hauptstadt Armeniens, Artaschat, die vom 2. bis zum 4. Jahrhundert eine der wichtigsten Stationen an der Großen Seidenstraße war, wurde von König Schapuh II. angegriffen und zerstört. Die Einwohner, die den Feldzug überlebt hatten, sahen sich zudem naturbedingten Notlagen und Epidemien ausgesetzt.
Sie flohen in das nördliche Umland von Artaschat. Dort entstand die neue Hauptstadt Armeniens – Dvin. Diesen Status behielt Dvin bis zum 9. Jahrhundert und entwickelte sich zu einem bedeutenden Handels- und Kulturzentrum, war führend in der Herstellung von Waffen, angesehen in der Fertigung von Schmuckwaren und hatte einen unangefochtenen Ruf in der Produktion von Keramikerzeugnissen. Dvin war eine Stadt mit florierender Wirtschaft und weit verzweigten Handelsbeziehungen. Doch immer wieder wurde Dvin von kriegerischer Zerstörung und schweren Erdbeben heimgesucht.

Dvin ist in Ruinen lebendig

Als erster Staat der Welt bekannte sich Armenien im Jahre 301 zum Christentum, das König Tiridates III. zur Staatsreligion erklärte. Als Dvin 387 nach der Aufteilung Armeniens in den Machtbereich der Perser fiel, änderte sich daran nichts. Versuche der Sassaniden, die Bevölkerung zum Zoroastrismus zu bekehren, scheiterten. Diese Religion, in der wie im Christentum keine Gottesbilder nicht existieren, verehrt stattdessen eine Heilige Flamme als Gottheit in einem Feuertempel. Der Zoroastrismus wurde von den Bewohnern Dvins vehement abgelehnt, so dass die Errichtung eines solchen Tempels im 6. Jahrhunderts zu einer Rebellion führte. Dvin wurde in der Folge das Zentrum der armenischen Kirche. Handelsbeziehungen mit Zentralasien erhöhten zudem seine ökonomische Bedeutung.
In der Folgezeit wurde Dvin während der römisch-persischen Kriege mehrfach erobert. Zwischenzeitlich fiel es wieder an Persien, im letzten dieser Kriege, der von 603 bis 628 dauerte, wieder an Ostrom und 640 schließlich an die arabischen Muslime. Erst im 10. Jahrhundert – Dvin hatte die Folgen eines schweren Erdbebens im Jahre 893 gerade überwunden – gelangte Dvin endlich unter armenischer Herrschaft erneut zu großer Blüte. Der Handel mit Seide, Teppichen, Rüstungen und Schmuck war immens.
Im 12. Jahrhundert wurde Dvin von den Türken und im 13. Jahrhundert von den Mongolen zerstört. Davon erholte die Stadt sich nicht mehr. Der kleinen Ansiedlung, die es heute gibt, sieht man den Glanz vergangener Zeiten nicht an. Doch die Ruinen von Dvin legen Zeugnis einer großen Vergangenheit ab.

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